Neues Gold-Allzeithoch geknackt

Gold gewinnt an Wert © Eigenes Bild

Mit Anfang Dezember knackte der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch – sowohl in Dollar als auch in Euro.

In der Nacht zum Montag wurde die Feinunze Gold zwischenzeitlich für 2.135 US-Dollar gehandelt und erklomm damit ein neues Alltime-High. Am Morgen des 4. Dezember notierte die Feinunze Gold noch immer deutlich über 2.070 Dollar / Unze.

Auch in Euro hält die Feinunze Gold aktuell Montagvormittag bei 1.910 Euro , hatte zwischenzeitlich jedoch auch die Marke von 1.950 Euro / Unze gerissen und so für ein neues Allzeithoch gesorgt. Für den Aufwind gesorgt hat mitunter eine Rede von US-Notenbankchef Powell zur Zinspolitik der FED, aus welcher sich Anleger in ihren Zinserwartungen bestätigt sehen.

 

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Bisherige Gold Höchststände in Euro & Dollar

Das bisherige Allzeithoch in Dollar lag bei 2.063 US-Dollar / Feinunze und datiert auf den 6. August 2020 (Intraday am 7.August wurde Gold sogar zwischenzeitlich für 2.071 Dollar gehandelt). Im Oktober diesen Jahres übersprang der Gold Spot dann die magische 2000 Dollar Grenze im Zuge der Eskalation im Nahostkonflikt. Der bisherige Höchststand von Gold in Euro datierte mit 1.899,38 Euro (Schlusskurs) bisher bei auf den 27 Oktober.

Warum geht der Goldpreis gerade so hoch

Der jüngste Anstieg des Goldpreis dürfte eng mit den Zinserwartungen der  Anleger zu tun haben. Viele erhoffen sich, dass sowohl FED als auch EZB ihren Zinspeak erreicht haben und die Zinsen in den kommenden Monaten wieder zurückgehen. Das per se zinslose Gold würde von einem Rückgang der Leitzinsen profitieren und wieder attraktiver werden. Die Nachfrage und somit der Preis dürften dann steigen. Die jüngsten Aussagen von FED-Chef Jerome Powell bestärkten Investoren nun in diesen Erwartungen.

Ein weiterer Treiber sind die aktuellen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten. Gold gilt als Krisenwährung und geopolitische Unsicherheiten treiben Anleger oft in den „sicheren Hafen“ Gold. Die steigende Nachfrage sorgt für einen höheren Preis.

Ein größerer Konflikt in der öl- und gasreichen Region im Nahen und Mittleren Osten hätte massive globale Auswirkungen. Würde der Öl- und Gaspreis wieder steigen, würden die EU-Staaten vielleicht wieder Rettungs- und Hilfsgelder in die Wirtschaften pumpen müssen.
Die gerade etwas nachlassende Inflation im Euro-Raum würde – teils wegen der Energiepreise, teils wegen der Geldpolitik der EZB, und teils wegen neuer (?) Sanktionen – wieder nach oben schließen.

Die USA dagegen könnten sogar ein heimlicher Gewinner sein. Nicht nur, dass deren heimische Rüstungsbranche sich vor neuen Aufträgen kaum retten kann, die Vereinigten Staaten könnten auch der größte Energielieferant Europas werden. Den Euro-Dollar Wechselkurs würde diese Situation weiter belasten. Gold dürfte dann in Euro noch höher steigen als in Dollar und daher in Europa teurer werden.

Ein weiterer Grund für den hohen Goldpreis liegt in der hohen Nachfrage der Zentralbanken. Vor allem die BRICS-Staaten stoßen US-Staatsanleihen ab und tauschen große Teile ihrer Dollarreserven in Goldreserven um.

Unterschiedliche Goldpreise auf unterschiedlichen Märkten

Einen weltweit einheitlichen Goldpreis gibt es nicht. Der Grund dafür ist, dass es nicht nur einen Markt für Gold gibt, sondern mehrere Märkte parallel existieren.

Zum einen muss man unterscheiden zwischen dem Goldmarkt für physisches Gold und dem Goldmarkt für „Papiergold“, also für Derivate wie Goldzertifikate, Gold-Futures oder Optionen. Während Papiergold vor allem an den Börsen in New York und Tokyo gehandelt werden, liegen die Marktplätze für physisches Gold in London, Zürich und Hong Kong.

400oz Good-Delivery-Barren von C. Hafner

Der professionelle Goldmarkt, auf dem Banken, Großhändler und -Investoren mit echtem, also physischem Gold handeln, ist als außerbörslicher Handel (OTC: Over The Counter) organisiert. Das heißt statt den Goldpreis durch einen „offiziellen“ Börsenkurs bestimmen zu lassen, wird der Preis zwischen Käufer und Verkäufer verhandelt. Dabei wird bei diesen OTC-Geschäften ausschließlich mit Good-Delivery-Goldbarren gehandelt, da diese standardisiert sind und quasi keinen Aufpreis beinhalten.

Goldfixing & LBMA Goldpreis

Um für den OTC-Handel jedoch einen „Richtwert“ zu haben, orientieren sich die Händler weltweit am Goldpreis der London Bullion Market Association (LBMA). Dieser Preis wird durch die Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA) ausgehandelt, der vorgibt, um welchen Wert in US-Dollar eine Unze Gold gehandelt wird. Die Preisbildung basiert auf dem Volumen von Kauf- und Verkaufsaufträgen, die die Mitglieds Banken im Namen ihrer Kunden abwickeln. Dieser LBMA Preis löste 2015 den London Gold Fix ab, bei dem ursprünglich lediglich 5 Banken beim Goldfixing den Richtpreis festlegten.

Der LBMA Preis wird zweimal täglich fixiert, vormittags beim AM Fix um 10:30 Uhr (GMT) und nachmittags beim PM Fix um 15:00 Uhr (GMT). Da der Preis beim Goldfixing am Nachmittag (PM Fix) auch von Notenbanken und Goldminen genutzt wird, kann dieser auch als Tagespreis für Gold genutzt werden.

Gold Spot

Der Gold Spot dagegen ist der Echtzeit-Preis am Goldmarkt. Dieser Spotpreis ist der Goldpreis, der im Internet auf diversen Plattformen zu finden ist und sich im Sekundentakt aktualisiert.

Der aktuelle Goldpreis
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Der Gold Spot orientiert sich nun an den tatsächlich gehandelten Preisen für Gold, wie die an den wichtigsten Goldhandelsplätzen gezahlt werden. Er ist stets ein Durchschnittswert, in den die Preise der letzten Transaktionen einfließt, sowie der aktuell günstigste Angebotspreis für eine Feinunze (Briefkurs) und der höchste Nachfragepreis für die Feinunze (Geldkurs).

Zwar dient der LBMA-Preis stets als Referenz, jedoch nimmt das Spiel von Angebot und Nachfrage, physisch wie auch der im 200-fachen Überfluss vorhandener Derivate, starken Einfluss auf den Live-Kurs und kann ihn schon innerhalb eines kurzen Zeitraumes stark schwanken lassen.

Daher kann sich der Spotpreis auch innerhalb des Handelstages (Intraday) deutlich vom letzten Preis (Schlusskurs) am Ende des Handelstages unterscheiden. Der Gold Spot ist also der Versuch einen Art Börsenkurs für Gold zu erstellen.

Goldpreisentwicklung Ausblick

Wie sieht die Goldpreisentwicklung in Zukunft aus? Der Ausbruch im Oktober 2023 dürfte zwar primär der Eskalation in Nahost geschuldet sein, die grundsätzlichen Probleme im weltweiten Wirtschafts- und Finanzsystem sind tatsächlich langfristig und permanent.

Aus unserer Sicht war Gold in den letzten Monaten massiv unterbewertet. Die Inflation ist noch lange nicht besiegt. Vor allem in Europa sind die Zahlen noch deutlich höher als in den USA. Steigende Zinsen, hohe Energiepreise und eine steigende Last an Steuern und Abgaben schwächen die Volkswirtschaften in Europa.

Die Krisenwährung Gold wird daher weiter, ja vielleicht sogar noch mehr, gefragt sein und damit seine Rolle als krisensichere Anlage und Inflationsanker gerecht werden.

Gold kaufen oder verkaufen? – Was soll ich nun tun

Generell empfehlen wir aber immer Gold nicht als Spekulationsobjekt zu nutzen. Gold ist eine hervorragende Langzeitanlage. Als kurzfristiges, spekulatives Investment eignet sich das Edelmetall nicht. Wenn Sie wie wir glauben, dass Gold langfristig weiter steigt, können Sie natürlich jetzt investieren. Besser ist es kontinuierlich in regelmäßigen Abständen und unabhängig vom aktuellen Goldpreis Anlagegold zu kaufen. Dadurch gleichen sich langfristig Höhen und Tiefen aus.

Wer Gold verkaufen möchte, besonders in Form von altem Schmuck, wie Goldringe, Ketten oder anderem Erbschmuck, kann aber nun die Gelegenheit nutzen und vom hohen Goldpreis profitieren. Da sich die Ankaufspreise primär am Goldspot orientieren, bekommen Sie für ihr Altgold momentan so viel Geld wie nie.

 

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