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Goldpreis Prognose 2021 – Gold weiter im Höhenflug?

Das letzte Jahr war natürlich in erster Linie von der Corona-Pandemie geprägt. Den Goldpreis allerdings hat die Situation zu neuen Rekorden geführt. Gerechnet in Euro verzeichnete der Goldkurs 2020 immer neue Rekorde, bevor der Preis für 1 Unze Gold im August schließlich auch in US-Dollar die magische Marke von 2000$ und damit ein neues Allzeithoch knackte. Aber wie geht es weiter? Wie wird sich der Goldpreis im Jahr 2021 entwickeln?

 

von Experte Mag. Walter Hell-Höflinger

 

Rückblick: Die Goldpreisentwicklung 2020

Im Jahr 2020 war die Kursentwicklung von Gold geprägt von neuen Rekordständen. Schon im Januar starte der Goldkurs im Zuge des Konflikts zwischen Iran und USA sowie nach Ankündigungen neuer US-Strafzölle gegenüber China mit neuen Rekordständen. Die Angst vor einer kommenden Rezession befeuerte die Entwicklung weiter.

goldpreis prognose

Dann brachte  die Corona Pandemie alle Prognosen kräftig durcheinander. Nach einem heftigen aber kurzen Einbruch Mitte März startete eine Goldpreis-Rallye die mit neuen Allzeithochs in allen relevanten Währungen August ihren Höhepunkt erreichte. Anfang August riss der Goldpreis dann die psychologisch wichtige Marke von 2000 US-Dollar pro Feinunze, bevor im letzten Drittel des Jahres dann eine Konsolidierungsphase folgte.

Gold war 2020 dabei einer der großen Krisengewinner. Generell gilt Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Die weltweiten Lockdowns und Einschränkungen im Kampf gegen das Virus schürten natürlich Unsicherheit an den Märkten, was Anleger in Gold fliehen ließ.

Mit den Milliarden, die die Staaten weltweit in die Wirtschaft pumpten um Unternehmen vor dem Niedergang zu bewahren, schaffte man es zwar die Leitindices 2020 mehr oder weniger stabil zu halten. Die massive Auswertung der Geldmenge setzte aber gleichzeitig Dollar und Euro unter Druck und trieb damit den Goldpreis weiter.

 

Gold konserviert Kaufkraft

Betrachtet man die Kursentwicklung von Gold zeigt sich aber auch, dass es oft zu Unrecht und nur bei kurzfristiger Betrachtung als spekulativ und volatil beschrieben wird. Vielmehr hat sich Gold bei längerfristiger Betrachtung als solide und sichere Anlageform gezeigt und bewiesen.
Währungen verlieren immer an Wert (Inflation) – das ist die Basis des Systems. Die Inflation vergrößert die Geldmenge und ermöglicht Wachstum der Wirtschaft über die natürliche Produktivität hinaus. Gespartes wird dabei entwertet und die Geldmenge für den Wirtschaftskreislauf erhöht. Die Stabilität von Gold ist tief in den Menschen verankert und so wenden sich auch Profi-Investoren dem gelben Metall sehr gerne wieder zu, sobald sich eine größere Krise abzeichnet. Vor allem dazu dient um sich vor dem ständigen Kaufkraftverlust des Geldes zu schützen. Das Edelmetall dient seit Jahrtausenden als Zahlungsmittel und überdauert auch schwerste Krisen.

 

Geld ist nicht mehr durch Gold gedeckt

Mit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971, und damit dem Ende der Goldpreisbindung an den Dollar, stieg der Goldpreis um mehr als das dreißigfache. Jedoch war das natürlich keine stete Aufwärtsbewegung. Neben der allgemeinen Situation der Weltwirtschaft übt vor allem auch die Geldpolitik der Zentralbanken einen deutlichen Einfluss auf den Goldpreis aus. Besonders sensibel reagiert der Goldpreis auf jegliche Äußerungen der Führungsetage der wichtigsten Zentralbanken, der Federal Bank of America wie auch der EZB.

Steigt die Geldmenge schneller als die Menge an verfügbaren Waren – was in unserem Wirtschafts- und Geldsystem so vorgesehen ist – verliert Geld permanent an Wert: es kommt zur Inflation. Weil Gold als natürliche Ressource aber begrenzt ist und die verfügbare Menge an Gold nur sehr langsam zunimmt, eignet sich Gold hervorragend um Kaufkraft zu konservieren. Der gestiegene Goldpreis ist daher weniger als Wertsteigerung des Edelmetalls selbst zu verstehen, sondern eher als Folge der fortwährenden Geldmengeninflation.

 

Prognose 2021: Was kommt auf uns zu?

Eine Prognose abzugeben ist immer schwierig. Nicht zuletzt dank der Pandemie Situation sind Preisprognosen 2021 mit noch mehr Unsicherheiten versehen, als es ohnehin bei Vorhersagen an Finanzmärkten der Fall ist.

Wir können uns jedoch zumindest wichtige Faktoren ansehen, die Einfluss auf den Goldpreis haben werden:

 

Corona Impfung

corona vaccineAm 9.November 2020 verkündeten der amerikanische Pharma-Konzern Pfizer und das deutsche Biotechnologie Startup Biontech, der gemeinsam entwickelte Corona-Impfstoff habe alle nötigen Tests erfolgreich durchlaufen und sei zu mehr als 90% wirksam. Kurz darauf machten die Börsen einen satten Sprung, der Goldpreis dagegen brach um mehr als 5% ein. Dies zeigt wie sehr die Anleger auf positive Nachrichten hoffen.

Mit einer wirksamen und breit verfügbaren Corona-Impfung rückt die von allen herbeigesehnte "Rückkehr zur Normalität" wieder in greifbarer Nähe. Sobald diese – zumindest gefühlt - wieder da ist, werden Investoren auch schnell aus der Krisenwährung Gold heraus gehen und wieder in riskantere Anlagen umschichten.

Sobald die Impfung der Bevölkerung also wirklich anläuft, könnte die Nachfrage nach Gold sichtbar kurzfristig einbrechen.

Aber trotz einer Impfung gegen das Virus werden die Folgen der Pandemie wirtschaftlich und auch sozial verheerend sein  selbst wenn es an der Börse wieder aufwärts gehen sollte. Es wird erwartet, dass die Realwirtschaft stark einbrechen wird. Im Kreise erfahrener Steuerberater wird noch im Jahr 2021 von bis zu 25% Unternehmenspleiten ausgegangen. Tourismusunternehmen, Eventindustrie, Gastronomie und Handel – einen Umsatzausfall von 80% werden viele Unternehmen nicht überleben. Auch solche, die vor Covid-19 eigentlich „gesund“ waren.

Die sozialen Umbrüche und Folgen, einer breiten Konkurswelle sind nur mit einem sozialen Tsunami vergleichbar, die nur durch Unmengen an Staatstützungen abgefedert werden können um soziale Unruhen zu vermeiden. Die Finanzierung dieser Ausgaben wir über kurz oder lang jeglichen Privatbesitz betreffen – schließlich sind die einzigen Einnahmen eines Staates das Vermögen seiner Bürger. Somit wird die Steuerlast für jene steigen, die noch Vermögen besitzen – Themen wie Erbschafts -, Vermögenssteuer und durch eine „Steuerreform“ erfundene Solidaritätsabgaben, etwaige Zwangshypotheken werden zu Deckung dieser Schulden beitragen.


Länder wie Italien, Spanien aber auch Frankreich litten mit am stärksten unter der Pandemie. Dabei gehören diese Ländern nicht nur zu den größten Volkswirtschaften in der EU, sondern sind in besonderem Maße von der Tourismusindustrie abhängig und waren auch zuvor nicht unbedingt die „Musterschüler“ des Euroraums.

In einem solchen Umfeld zu leben wird bedingt lustig, aber alle intrinsischen Werte werden davon profitieren.

 

USA: Ein Erwachsener im Weißen Haus

biden presidentGeht alles seinen geregelten Weg wird ab 20. Januar statt Donald Trump Joe Biden im Weißen Haus sitzen. Als Präsident wird dieser versuchen müssen die Corona Krise in den Griff zu bekommen und das Land wieder zu einen.

International wird Biden sicher ein umgänglicher Partner als Trump es war. Gegenüber machen Ländern dürfte er versuchen Zölle abzubauen, dass Biden allerdings den mit China begonnen Handelskonflikt einfach kleinlaut beilegen wird, darf bezweifelt werden. 

Wirtschaftspolitisch wird die neue US Regierung Konjunkturpakete schnüren, um die Konjunktur nach Corona wieder auf Schiene zu bringen. Die staatlichen Stimuli und Hilfszusagen sollen dabei mehrere Billionen (!) Dollar betragen.

Spannend wird hier, in welcher Höhe und in welcher Form ein demokratischer Präsident diese Rettungspakete und andere Maßnahmen durch einen gespaltenen Kongress bringen kann.

Dabei bleiben die groben Rahmenbedingungen stabil: Denn die FED hat sich jedoch bereits weiter zu niedrigen Zinssätzen verpflichtet – mindestens 2023. Eine Normalisierung der US-Geldpolitik des billigen Geldes – niedrigste Leitzinsen und Quantitative Easing – ist damit auf Jahre nicht in Sicht. Die enormen Staatsausgaben in Form von Hilfsmaßnahmen lassen die Staatsverschuldung der USA weiter steigen. Die Folgen sind ein schwacher Dollar und eine verstärkte Inflationsgefahr dank der enormen Geldschwemme Gold als „harte“ Währung zur Konservierung von Kaufkraft und Absicherung von Vermögen, dürfte daher mittelfristig gefragt sein.

 

Brexit

brexit teaserGroßbritannien ist bereits im Januar 2020 aus der Europäischen Union ausgetreten. Da bisher dank Übergangsregelungen keinerlei Einschränkungen spürbar waren, hatte dies jedoch bislang kaum Auswirkungen. Die Übergangsphase läuft jedoch am 31. Dezember 2020 aus und da sich Großbritannien und die EU bisher nicht auf gemeinsame Vereinbarungen einigen konnten, droht nun doch der Hard-Brexit durch die Hintertür.

 


Eine Entwicklung die die Europäischen Wirtschaft zusätzlich zum Corona Schock zusetzen dürfte.

Vor allem war Großbritannien neben Deutschland einer der wenigen Nettozahler der EU und damit ein Bürge für den EU-Rettungsschirm – der nun wegfällt und damit die Hauptzahllast auf Deutschland übergeht.

 

Geopolitische Konflikte

Generell lässt sich in Bezug auf den Goldpreis folgende Daumenregel anwenden: Je unsicherer die Welt, desto eher steigt der Goldkurs. Daher können auch geopolitische Ereignisse deutlichen Einfluss auf den Goldkurs haben. 

Momentan von der Corona Krise überschattet brodeln weltweit zahlreiche Konflikte vor sich hin, die 2021 jederzeit ausbrechen könnten.
Gerade aktuell, Ende 2020 etwa droht aus einem Konflikt in Äthiopien ein Flächenbrand zu werden, der ganz Nordost-Afrika erfassen könnte. Massive Fluchtbewegungen könnten dabei auch Europa betreffen und wieder vor Herausforderungen wie 2015 stellen.

Auch der Konflikt zwischen dem Iran auf der einen und den USA und Saudi Arabien auf der anderen Seite könnte nach wie vor jederzeit eskalieren. Zudem es die USA geschafft haben, dass arabische Staaten sich gegen den gemeinsamen Feind Iran sogar mit Israel verbünden.

 

Steigt Gold auf 2.300 US Dollar die Feinunze?

Mit diesen potentiellen Entwicklungen vor Augen schätzen die meisten Analysten die Goldpreisentwicklung 2021 positiv ein.

Analysten der Großbank HSBC sehen für 2021 eher eine Seitwärtsbewegung mit leicht positiven Tendenzen. Sie gehen davon aus, dass sich der Goldpreis 2021 bei etwa 1.965 Dollar / Feinunze einpendeln.

Die Investmentbank Goldmann Sachs dagegen rechnet damit, dass sich der Goldpreis ähnlich verhält wie nach der Krise 2008.  Damals ging die Rallye erst richtig los, als die Zentralbanken zur Krisenbekämpfung die Märkte mit billigem Geld fluteten. Daher erwartet man bei Goldmann Sachs auch für 2021 einen Bullenmarkt bei Rohstoffen. Ein schwacher US-Dollar, die Geldpolitik der Zentralbanken und Regierungen sowie das damit einhergehende Inflationsrisiko, sollte daher zu einer weiter erhöhten Nachfrage nach Gold führen.

Auch die beiden Analysten von Incrementum, Ronald Stöferle und Mark Valek, gehen in ihrem In Gold We Trust Report 2020 von einer „goldenen Dekade“ aus. Sie rechnen damit, dass bei Regierungen und Zentralbanken in den kommenden Jahren alle Schranken fallen werden und es zu unlimitiertem Quantitative Easing und direkter Fiskalstimulation kommt. Sogar radikalere, geldpolitische Werkzeuge wie Helikoptergeld und MMT scheinen nun plötzlich denkbar, was zu einer Hyperinflation und Währungszerfall führen könnte. Kurzum das perfekte Umfeld für Gold.

In ihrem Model gehen sie weiter davon aus, dass der Goldpreis im Jahr 2030 bei konservativer Betrachtung bei etwa 4.800 US-Dollar liegen wird, wobei sogar ein höherer Goldpreis nicht ausgeschlossen ist.

 

Strategie für Goldinteressierte

Doch was ist nun die geschickteste Strategie für Goldinteressierte? Je nach Freude zum Gold sollte man einen guten Teil seines nicht benötigten Ersparten in Edelmetalle investieren. Eine günstige Variante zum Golderwerb ist der Gold-Tausch – von Altgold zu Anlagegold. Dabei nutzt man das gleichbleibende Verhältnis vom Altgoldwert zum Goldkurs aus und wandelt dadurch ungenutzes (und meist auch vom Wert her unbekanntes) altes Gold zu einer leicht handelbaren Form wie Barren oder Münzen. Geht man diesen Aufwärtstrends nach, so die günstigste Variante zu Anlagegold zu kommen, seinen Altschmuck zu verkaufen und stattdessen auf eine Anlagegoldinvestition in Münzen oder Barren zu setzen. Alle Preise finden Sie auf unserer Website. So profitieren Sie nicht nur beim Verkauf von einem hohen Goldpreis, sondern auch beim Goldkauf von einer künftigen Wertsteigerung.

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Bildnachweis: Jon Tyson, Daniel Schludi / Unsplash

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Walter Hell-HöflingerMag. Walter Hell-Höflinger ist Firmengründer von Gold & Co. und seit mehreren Jahrzehnten in der Edelmetall-Branche tätig.


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