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Goldpreis Prognose 2023: Welchen Kurs schlägt Gold ein?

Der Goldpreis im Jahr 2022 war geprägt von Ukraine-Krieg, hoher Inflation, Rezessionsängsten und der geldpolitischen Wende, mit der die Zentralbanken den Entwicklungen entgegenwirken möchten.

Aktuell Mitte November 2022 steht der Preis nun bei 1.770 Dollar pro Unze, gerechnet in Euro bei etwa 1.710 Euro. Aber wie geht es weiter? Wie wird sich der Goldpreis im Jahr 2023 entwickeln?

 

von Experte Mag. Walter Hell-Höflinger

 

Rückblick: Die Goldpreisentwicklung 2022

Nachdem der Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte 2021 bereits von den erhöhten Inflationsraten getrieben war, starte Gold mit einem Preis 1.804 Dollar / Feinunze ins Jahr 2022. Die große Eskalation war dann aber natürlich der Überfall Russlands auf die Ukraine Ende Februar, der den Preis auf über 2.043 US-Dollar trieb.  

Seit der Eskalation in der Ukraine ging es aber Richtung Süden. Denn in den folgenden Monaten, spätestens ab Mitte April 22, zeigte der Trend des Edelmetalls nach unten. Bis auf 1.627 Dollar fiel der Wert einer Feinunze Ende Oktober. 

Rückblick Goldpreisentwicklung 22 Chart

Erst mit Anfang November 2022 scheint der Abwärtstrend gestoppt. Der Kurs kletterte zuletzt innerhalb von Tagen wieder auf 1.770 Dollar (1.710 Euro) / Unze und scheint damit endlich ausgebrochen zu sein.

 

Warum fiel der Goldpreis 2022?

goldpreis prognose

Gold wird weltweit in Dollar gehandelt. Weil der Dollar gegenüber anderen Währungen sehr stark war, wird das gelbe Edelmetall für alle außerhalb des Dollarraums teurer. Das bremst die Nachfrage und drückt damit den Preis. 

Trotz des Bärenmarktes an den Börsen sahen Anleger Gold offenbar weniger als sichere Alternative als in der Vergangenheit. Den Grund dafür darf man primär in der Zinsentwicklung sehen. Denn während Gold keine Zinsen abwirft, locken andere, ebenfalls sehr sichere Anlageformen nun plötzlich wieder mit einer Zinsrendite.  

 

Prognose 2023: Was kommt auf uns zu?

Eine Prognose abzugeben ist immer schwierig. Besonders für Vorhersagen von Entwicklungen an Finanzmärkten, die von so vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind. Die folgenden Überlegungen sollen daher ausschließlich als Denkanstoß dienen und sind keinerlei Kauf- oder Anlageempfehlung.

Folgende Faktoren dürften im Jahr 2023 einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Goldpreis haben:

 

Inflation und Zinsentwicklung

InflationDie extremen Inflationsraten, die wir im vergangenen Jahr gesehen haben, zwangen die Zentralbanken 2022 nach Jahrzehnten billigen Geldes eine Wende in ihrer Zins- und Geldpolitik einzuleiten. Seither haben FED und EZB mehrfach den Leitzinssatz deutlich erhöht (US-Leitzins aktuell bei 3,75 - 4,00 Prozent; der EZB-Leitzins bei 2,00 Prozent).

Für Gold bedeutet das vor allem stärkere Konkurrenz in der Klasse sicherer Anlagen. Denn die recht sicheren Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität werfen plötzlich Zinsrendite ab, während das zinslose Gold keine laufende Rendite zahlt. Gold wird so weniger attraktiv und die Nachfrage sinkt.

Hier ist die Frage, wie oft und wie stark die Notenbanken die Zinsen 2023 noch erhöhen werden? Sobald die Inflationsraten zurückgehen, dürften auch Zentralbanken die Zügel wieder etwas lockerer lassen. In den USA hat sich die Inflation bereits im Oktober 2022 stärker abgeflacht als erwartet. Das verleitet Analysten zu Annahme, dass bereits die kommenden Erhöhungen geringer ausfallen könnten und das Leitzins-Hoch der FED spätestens im Frühjahr 2023 erreicht wird.

Wo kommt es zur Rezession und wie stark fällt sie aus?

Mit jeder Zinserhöhung werden auch Kredite teurer, wodurch immer die Gefahr besteht, die Konjunktur abzuwürgen bzw. in eine Rezession rutschen zu lassen.

An den Börsen standen die Zeichen 2022 eindeutig auf Bärenmarkt. Alle wichtigen Indizes standen deutlich im Minus (der S&P 500 zuweilen bei mehr als -21%), die Inflations- und Zinsentwicklung, die hohen Energiepreise und Sorgen ob geopolitischer Ereignisse drückte die Stimmung der Anleger.

Die Rezession ist auch bereits in der Realwirtschaft angekommen, die US-Wirtschaft schrumpfte zuletzt und auch in der EU rutscht die Konjunktur wie erwartet in eine Rezessionsphase.

Während die Analysten davon ausgehen, dass die USA bereits im ersten Halbjahr 2023 wieder aus der Rezession heraustreten, sind sich viele auch einig, dass der Abschwung in Europa länger dauern wird.

In Phasen der Rezession konnte Gold in der Vergangenheit seinem Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten stets alle Ehre machen. Denn auch wenn sich die Zeichen für einen gesamtwirtschaftlichen Abschwung mehren, flüchten Anleger gerne in sichere Edelmetalle, was die Nachfrage und damit den Preis steigen lässt.

Fällt eine hohe Inflation mit einer konjunkturellen Schwächephase zusammen, spricht man auch von einer Stagflation. Die letzten Stagflationsphasen gab es in den 1970ern und 1980ern. Damals gehörte Gold zu den stärksten Anlagen und konnte andere Anlageklassen sichtbar outperformen.

 

Der Wechselkurs von Dollar & Euro

dollar unsplash

Was in Bezug auf Gold stets mitbedacht werden muss, ist das Thema Wechselkurs. Weil Gold weltweit in Dollar gehandelt wird, ist für uns in Europa auch immer der Wechselkurs von Dollar und Euro relevant.

Ein starker Dollar kann zu einem steigenden Goldpreis in Euro führen, selbst wenn der Kurs in Dollar pro Feinunze stabil oder sogar rückläufig ist.

Da die FED deutlich früher und aggressiver auf die hohe Inflation reagiert hat als die EZB und auch die US-Wirtschaft sich als überraschend stabil erwiesen hat, steht der Dollar deutlich stärker da als der Euro. Tatsächlich war der Dollar 2022 gegenüber anderen wichtigen Währungen auf einem 20-Jahres-Hoch. Gegenüber dem Euro ging es im vergangenen Jahr sogar über die Dollarparität, also einem Wechselkurs von 1:1, hinaus. Zwischenzeitlich war der Dollar sogar mehr wert als der Euro.

Für Goldfans in Europa stellt sich daher die Frage, wie sich die Wechselkurse 2023 weiterentwickeln werden. Mit der rückläufigen Teuerung in den USA und dem Ausblick auf weniger starke Zinsanhebung der FED fiel der Dollar zuletzt wieder. Ein steigender Euro-Kurs gegenüber dem Dollar macht den Kauf von Gold im Euroraum wieder etwas billiger.

 

Geopolitik: Kriege und Ängste

Wie stark geopolitische Ereignisse sich auf die Märkte und vor allem den Goldpreis auswirken, konnten wir mit Putins Einmarsch in die Ukraine sehen.
Vor allem die Abhängigkeit Europas Wirtschaft von Russlands Energielieferungen führte zu extremen Reaktionen an den Märkten. Gold war als sicherer Hafen kurzfristig enorm gefragt und der Preis schoss Anfang März auf ein Allzeithoch (in Euro). Auf den Goldpreis 2023 dürfte der Ukraine-Konflikt aber wohl nur mehr haben, sollte es zu einer weiteren Eskalation kommen.

Besorgt muss man dagegen auf China schauen. Die zunehmend autoritäre Staatsführung macht keinen Hehl daraus, das demokratische Taiwan zur Not auch mit Gewalt unter kommunistische Kontrolle bringen zu wollen.  Ein militärischer Angriff wäre der erste Schritt hin zu einem weiteren Großkonflikt, der die Börsen abstürzen lassen würde und den Goldpreis nach oben katapultieren würde.

Bringt der Crypto Crash eine Rückkehr zum Gold?

Als weiterer interessanter Faktor in Bezug auf Gold könnte auch eine Betrachtung von Kryptowährungen sein. Crypto galt bis vor Kurzem als das neue Gold. Unabhängig von Ländern und Banken, dezentral und begrenzt in der Verfügbarkeit wurden Bitcoin & Co. zum neuen beliebten Spekulations- und Anlageobjekt.

Im vergangenen Jahr brach aber nicht nur der Kurs von Bitcoin dramatisch ein, es entpuppten sich auch einige Alt-Coins als „Shitcoins“ und große Börsen und Handelsplätze schlitterten in die Insolvenz.

Mitunter könnte das ein Anreiz für manche Anleger sein, doch wieder auf echtes Gold zu setzen, anstatt auf digitales Gold 2.0 zu wetten.


Goldpreis 2023 – gemischte Gefühle bei Analysten?

Mit diesen potenziellen Entwicklungen vor Augen sind die Prognosen von Analysten und Experten für die Goldpreisentwicklung für das Jahr 2023 gemischt.

Die beiden Incrementum Analysten Ronald Stöferle und Mark Valek bleiben auch in ihrem letzten In Gold We Trust Report 2022 ihrer Prognose einer „goldenen Dekade“ treu.

 

Wir halten an unserem langfristigen Kursziel von 4.800 USD bis 2030 fest
- In Gold We Trust 2022

Generell gehen viele Gold-Analysten davon aus, dass Gold momentan (zu) günstig gehandelt wird und wir uns am Beginn eines längeren Aufwärtstrends befinden.
Die Analysten der schweizerischen Großbank UBS gehen davon aus, dass der Goldpreis gegen Ende 2023 bei circa 1.900 US-Dollar pro Feinunze stehen könnte, wobei in den nächsten Monaten ein gewisser Gegenwind noch Chancen für einen günstigen Einstieg bieten dürfte.
Dass der Goldpreis erst ab dem Frühjahr 2023 anzieht, darüber scheinen sich viele Investoren und Analysten einig. Denn dann erwartet man, dass die FED das Zinsniveau nicht mehr weiter anhebt.  

In einer Umfrage von Reuters unter Analysten und Investoren Anfang November erwartet hingegen eine Mehrheit den durchschnittlichen Goldpreis 2023 bei etwa 1.712 Dollar / Unze.

Doch es gibt auch eine gegenläufige Prognose: Analysten der Weltbank wie auch der IWF gehen für 2023 eher von einem weiter fallenden Goldpreis aus. Sie fürchten im Zuge einer weltweiten Rezession eine Staatsschuldenkrise am Horizont.

 

Gold konserviert Kaufkraft

Betrachtet man die Kursentwicklung von Gold zeigt sich, dass es oft zu Unrecht und nur bei kurzfristiger Betrachtung als spekulativ und volatil beschrieben wird. Vielmehr hat sich Gold bei längerfristiger Betrachtung als solide und sichere Anlageform gezeigt und bewiesen.

Denn während die Zentralbanken Geld aus dem Nichts schaffen können (Stichwort: „Fiat Money“ – Es werde Geld), ist die Menge an Gold endlich. Auch wenn das Edelmetall keine Zinsen abwirft, ist es doch ein sehr sicheres Investment, da es seinen Wert nie ganz verlieren kann.

Durch die Inflation verliert Geldvermögen mit der Zeit permanent an Wert. Die aktuell so hohen, teils zweistelligen Inflationsraten lassen ersparte Werte gerade noch stärker dahinschmelzen. Auch wenn momentan verzinste Anlagen im Vergleich zu Gold attraktiver erscheinen, sollte man auch immer die Realzinsen im Auge behalten. Und bei einer hohen Inflation können diese eben immer noch negativ sein.

Die Stabilität von Gold ist tief in den Menschen verankert und so wenden sich auch Profi-Investoren dem gelben Metall sehr gerne wieder zu, sobald sich eine größere Krise oder eine inflationäre Phase abzeichnet. Vor allem, um sich vor dem Kaufkraftverlust des Geldes zu schützen. Das Edelmetall dient seit Jahrtausenden als Zahlungsmittel und überdauerte auch schwerste Krisen.

 

Strategie für Goldinteressierte

Doch was ist nun die geschickteste Strategie für Goldinteressierte? Je nach Freude zum Gold sollte man einen guten Teil seines nicht benötigten Ersparten in Edelmetalle investieren.

Wiener PhilharmonikerGold als stabilisierende Beimischung gehört in ein jedes Anlageportfolio. Denn ein gewisser Goldanteil verringert das Risiko, große Verluste zu erleiden. Wir empfehlen einen Anteil von zumindest 5% bis maximal 20% des Vermögens in Gold zu investieren.

Zur langfristigen Vermögensabsicherung empfehlen wir dabei klar physisches Gold in Form von Münzen und Barren zu kaufen, da dieses das höchste Level an Sicherheit bietet.
Mit Papiergold lässt sich zwar ebenfalls virtuell am Goldpreis teilhaben, es wird von Anlegern aber deutlich spekulativer gehandelt und geht, wie andere Wertpapier auch, mit mehr oder weniger hohen Risiken einher.

Um auch schwankende Goldpreise auszugleichen, empfiehlt sich kontinuierlich Gold in regelmäßigen Abständen zu kaufen, um so Kursschwankungen des Goldpreises zu neutralisieren. Denn ein Goldinvestment sollte immer langfristig gedacht werden und eignet sich nicht zur kurzfristigen Spekulation.

Eine günstige Variante zum Golderwerb ist der Gold-Tausch – von Altgold zu Anlagegold. Dabei nutzt man das gleichbleibende Verhältnis vom Altgoldwert zum Goldkurs aus und wandelt dadurch ungenutztes (und meist auch vom Wert her unbekanntes) altes Gold zu einer leicht handelbaren Form wie Barren oder Münzen. Geht man diesen Aufwärtstrends nach, so die günstigste Variante zu Anlagegold zu kommen, seinen Altschmuck zu verkaufen und stattdessen auf eine Anlagegoldinvestition in Münzen oder Barren zu setzen. Alle Preise finden Sie auf unserer Website. So profitieren Sie nicht nur beim Verkauf von einem hohen Goldpreis, sondern auch beim Goldkauf von einer künftigen Wertsteigerung.

 

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Walter Hell-HöflingerMag. Walter Hell-Höflinger ist Firmengründer von Gold & Co. und seit mehreren Jahrzehnten in der Edelmetall-Branche tätig.


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