Punzierungen und Stempel bei Schmuck aus Gold, Silber & Platin

Punzierung 585, eigenes Bild

Als Punzierung bei Schmuck versteht man einen Stempel, der Info über den Feingehalt des Edelmetalls, aus dem das Stück gefertigt wurde, gibt.

Eigentlich können als Punzierung alle Muster und Formen beschrieben werden, die per Stempeldruck in Metalle oder Leder getrieben werden. Auch Ornamente und Verzierungen, die per Schlagstempel und Punziereisen angebracht werden, sind strenggenommen also Punzierungen.

Der gestempelte Zahlenwert bei Goldpunzen und Silberpunzen zeigt die Feinheit der Edelmetalllegierung. Neben dem Feingehaltstempel finden sich auf Schmuckstücken aber oft auch Punzierungen, die Informationen über den Erzeuger, die Modellnummer oder Prüfstellen (Repunzen, Amtspunzen oder Kontrollpunzen) geben.

Was bedeutet die Punze auf meinem Schmuckstück?

Je höher der gestempelte Zahlenwert auf dem Schmuck ist, desto größer ist der Anteil an Gold, Silber oder Platin.

Gängig ist dabei heute die Angabe der Feinheit in Tausendteilen. Die Angabe in Karat (bei Gold) und Lot (bei Silber) ist heute eher unüblich.  Goldschmuck in Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht in der Regel aus 14-karätigem Gold, und hat daher den die Punzierung 585 eingestempelt.

Häufige Punzen bei Goldschmuck:

750 / 18K Goldlegierung mit einer Feinheit von 750 Tausendteilen
585 / 14K Goldlegierung mit einer Feinheit von 585 Tausendteilen

Schmuck aus Goldlegierungen unter 585/1000 dürfen in Österreich nicht als Goldschmuck verkauft werden. Dennoch findet sich auf solchen Schmuckstücken oft Stempelungen:

375 / 9K Legierung mit einem Goldanteil von 375 Tausendteilen
333 / 8 K Legierung mit einem Goldanteil von 333 Tausendteilen
AM Double/ AM /P. L. „American Double” / „Plated“: Schmuck, der lediglich vergoldet ist mit 10/1000 Gold (1%)

Häufige Punzen bei Silberschmuck:

925 „Sterlingsilber“-Legierung mit einer Feinheit von 925 Tausendteilen
835 „Kronensilber“-Legierung mit einer Feinheit von 835 Tausendteilen
800 Silberlegierung mit einer Feinheit von 800 Tausendteilen

Häufige Punzen bei Platinlegierung:

950 Platinlegierung mit einer Feinheit von 950 Tausendteilen
750 Platinlegierung mit einer Feinheit von 750 Tausendteilen

 

Wo findet man den Goldgehaltsstempel?

Die Punzierung bei Schmuckstücken aus Gold und Silber findet man an unauffälligen Stellen.

Gold 18 Karat Punze
Gold 18 Karat Punze
18K Feingehaltsstempel © eigenes Bild

Bei Armreifen und Ringen aus Gold, Platin oder Silber findet sich die Punze in der Regel auf der Innenseite des Rings. Auf Anhängern oder bei Ohrringen ist der Stempel meist auf der Rückseite, und bei Goldketten und Kettchen aus Silber findet man die Punzierung auf dem Verschluss oder dem letzten Kettenglied.

Auf Uhren finden sich Punzen in der Regel auf der Rückseite des Gehäuses oder bei Taschenuhren auf der Innenseite des Deckels.

Punzierung – Staatlich geregelt

In vielen Staaten gibt es gesetzliche Regelungen, welche Punzen auf Edelmetallgegenstände aufgebracht werden müssen.

In Österreich gibt es hier das Punzierungsgesetz, das besagt, dass in Österreich hergestellte oder verkaufte Edelmetallgegenstände deutlich sichtbar und leicht erkennbar eine Feingehaltspunze mit einer Angabe in Tausendteilen tragen müssen. Das Punzierungsgesetz ist gültig für alle Gegenstände aus Goldlegierungen mit einem Feingehalt von 585/1000 oder höher, Gegenstände aus Platin mit einer Feinheit von 950/1000 oder höher und Gegenstände aus Silber mit einem Feingehalt von 800/1000.

In Deutschland gibt es kein Gesetz, das eine Punzierung überhaupt vorschreibt. Auch darf in Deutschland jedermann eine Punze stempeln. Wird aber ein Feingehaltsstempel angebracht, muss der Feingehalt in Tausendteilen angegeben werden und natürlich der Wahrheit entsprechen.

Falsche Punzen

Eine Punze auf einem Schmuckstück ist ein guter Anhaltspunkt für die Legierung des Stücks. Da der Goldpreis in den letzten Jahren so deutlich gestiegen ist, werden aber leider auch Punzierungen immer häufiger gefälscht.

Billiger Schmuck aus vergoldetem Messing wird von Betrügern mit einem falschen Stempel versehen und dann als hochwertiger Goldschmuck ausgegeben.

Unter die Leute gebracht, wird dieses Falschgold dann als das berüchtigte „Autobahngold“: Die Betrüger gaukeln eine vermeintliche Notsituation vor („Kein Geld für Weiterfahrt“) und bieten ahnungslosen Bürgern den vermeintlichen Goldring zum Schnäppchenpreis an. Auch auf Flohmärkten wird mitunter versucht falsch punzierten Schmuck zu verkaufen.

Jeder seriöse Edelmetallhändler und Juwelier wird daher beim Goldankauf jedes Stück genau prüfen und auch Stücke mit entsprechender Punzierung gegebenenfalls einer Strichprobe (Säuretest) unterziehen.

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