Goldpreis Prognose 2022 – Wohin zeigt der Goldkurs?

Der Goldpreis im Jahr 2021 war geprägt von Höhen und Tiefen. Zuletzt schienen die Warnungen einer anhaltenden Inflation in den USA und der EU Realität zu werden, was sich auch im Kurs des gelben Edelmetalls widerspiegelte.

Aktuell im Dezember 2021 steht der Preis nun bei 1780 Dollar pro Unze, gerechnet in Euro bei etwa 1580 Euro. Aber wie geht es weiter? Wie wird sich der Goldpreis im Jahr 2022 entwickeln?

 

von Experte Mag. Walter Hell-Höflinger

 

Rückblick: Die Goldpreisentwicklung 2021

goldpreis prognose

Betrachten wir den US-Dollar Preis, sehen wir, dass der Goldpreis im Jahresverlauf nachgelassen hat, wurde das Edelmetall doch am 3.Januar noch mit etwa 1941 Dollar / Feinunze gehandelt. Das Tal hatte Gold Anfang März erreicht, als die Unze für weniger als 1700 Dollar über den Tisch ging. Danach ging es wieder steil nach oben, die Marke von 1900 US-Dollar fiel.  Im Juni sorgten ein stärkerer Dollar und die Aussicht auf höhere Zinsen für einen abrupten Nachfrage-Rückgang.

Im Herbst schließlich trieben die Inflationszahlen den Goldpreis wieder nach oben. Auch in Euro gerechnet war es zuletzt im November die Inflationsangst, die den Goldpreis in Euro auf über 1630 Euro steigen ließ.

 

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Die weltweiten Lockdowns und Einschränkungen im Kampf gegen das Virus schürten auch 2021 weiterhin Unsicherheit an den Märkten, wenngleich sich die Börsen im Nachhinein als relativ unbeeindruckt von der Gesamtsituation gaben.

Dennoch schlugen sich zuletzt die Unsicherheit um die neue Omikron-Variante und ihre Folgen auf die Weltwirtschaft auch an den Finanzmärkten nieder.  

Ab Mitte des vergangenen Jahres ist es aber vor allem das Thema Inflation, das die Leitwährungen unter Druck setzte und den Goldpreis wieder nach oben trieb. Neben seinem Ruf als sicherer Hafen werden sich Anleger nun auch wieder der Eigenschaft von Gold als Inflationsanker bewusst.

 

Gold konserviert Kaufkraft

Denn betrachtet man die Kursentwicklung von Gold zeigt sich, dass es oft zu Unrecht und nur bei kurzfristiger Betrachtung als spekulativ und volatil beschrieben wird. Vielmehr hat sich Gold bei längerfristiger Betrachtung als solide und sichere Anlageform gezeigt und bewiesen.

Denn während die Zentralbanken Geld aus dem Nichts schaffen können (Stichwort: „Fiat Money“ – Es werde Geld), ist die Menge an Gold endlich. Auch wenn das Edelmetall keine Zinsen abwirft, ist es doch ein sehr sicheres Investment, da es seinen Wert nie ganz verlieren kann.

Zwar ist die Wahrung der Preisstabilität das oberste Ziel von Zentralbanken wie FED und EZB jedoch ist eine gewisse Inflation (offizieller Zielwert der Inflationsrate 2%) durchaus gewünscht. Das Problem: Geldvermögen verliert mit der Zeit so permanent an Wert. Gibt es immer mehr Geld, sinkt seine Kaufkraft und Konsumenten müssen für Waren mehr bezahlen.

Die Stabilität von Gold ist tief in den Menschen verankert und so wenden sich auch Profi-Investoren dem gelben Metall sehr gerne wieder zu, sobald sich eine größere Krise oder eine inflationäre Phase abzeichnet. Vor allem, um sich vor dem Kaufkraftverlust des Geldes zu schützen. Das Edelmetall dient seit Jahrtausenden als Zahlungsmittel und überdauerte auch schwerste Krisen.

 

Prognose 2022: Was kommt auf uns zu?

Eine Prognose abzugeben ist immer schwierig. Nicht zuletzt dank der anhaltenden Pandemie-Situation sind Preisprognosen für 2022 mit noch mehr Unsicherheiten versehen, als es ohnehin bei Vorhersagen an Finanzmärkten der Fall ist.

Dennoch können wir uns jedoch zumindest wichtige Faktoren ansehen, die Einfluss auf den Goldpreis haben dürften:

 

Höhere Inflation als permanenter Begleiter

InflationUm nach dem Crash 2008 den Finanz- und Staatsschuldenkrisen etwas entgegenzusetzen, haben die Notenbanken ein Zeitalter der ultralockeren Geldpolitik und der Niedrigzinsen eingeläutet.
Aber statt Niedrigzinspolitik und das enorme Aufblähen der Geldmenge („Quantitative Easing“) nur als Werkzeug gegen die akute Krise einzusetzen, fahren die Zentralbanken ihre Zins- und Geldpolitik nunmehr bereits über ein Jahrzehnt.

 

Aufgrund der Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen pumpten Staaten und Zentralbanken nun wieder enorme Gelder in die Wirtschaft. Jedoch diesmal nicht in Form von Krediten, sondern auch vermehrt in Form von direkten Zuschüssen, Subventionen und barem Geld auf die Konten der Menschen. Mit dem klaren Ziel den Konsum am Laufen zu halten (= "Helikoptergeld").

Diese Geldpolitik musste zur Inflation führen. Und während im Sommer viele Ökonomen und Anleger die steigenden Inflationsraten noch für zwischenzeitliche „Ausreißer“ in Hinsicht auf ein schwaches Vorjahr hielten und von einem vorübergehenden Phänomen sprachen, dürfte mittlerweile Ende des Jahres klar sein, dass die Inflation hier ist, um zu bleiben.

“Inflation is the determining factor that will boost gold in the coming months… In our baseline scenario, we believe that gold will rise above $ 2,000, probably early next year.”
- Damien Courvalin, Goldman-Sachs

Sollten die Zentralbanken nach wie vor bei Ihrer lockeren Geldpolitik bleiben, darf man auch im Jahr 2022 mit einer erhöhten Inflationsrate rechnen. Und zumindest die EZB scheint vorerst bei ihrer expansiven Politik bleiben zu wollen. Eine längerfristige Phase hoher Inflation ging in der Vergangenheit stets mit einem deutlichen Anstieg des Goldpreises einher.

 

Der Wechselkurs von Dollar & Euro

dollar unsplashWozu wir zum nächsten geldpolitischen Thema kommen, das in Bezug auf Gold stets mitbedacht werden muss. Weil Gold weltweit in Dollar gehandelt wird, ist für uns in Europa auch immer der Wechselkurs von Dollar und Euro relevant.

Ein starker Dollar kann zu einem steigenden Goldpreis in Euro führen, selbst wenn der Kurs in Dollar pro Feinunze stabil oder sogar rückläufig ist.

Die hohe Inflation in den USA führt nun mitunter dazu, dass Anleger von der US-Notenbank FED eine Zinserhöhung erwarten. Eine solche Anhebung der Leitzinsen würde den Dollar als Anlagewährung attraktiver werden lassen und die Währung so stärken.

Für Goldfans in Europa stellt sich daher die Frage, wie sich das transatlantische Zinsgefälle weiterentwickeln wird. Momentan – also Ende 2021 – sieht es danach aus, dass die FED die Leitzinsen spätestens Mitte 2022 erhöhen wird.

Für die EZB wollte die Präsidentin Christine Lagarde für 2022 keine Zinserhöhung ankündigen, Ökonomen rechnen frühestens im Herbst kommenden Jahres mit entsprechenden Anpassungen.  Es spricht also dafür, dass dies den Goldpreis in Euro eher stützen wird.

 

Corona: Nächste Welle, letzte Welle?

Der dritte wichtige Faktor wird leider wieder COVID sein. Im Sommer dachte man die Pandemie sei zumindest für die Industrieländer vorbei. Die Masken fielen, man feierte Freedom Days und Politiker versprachen, dass es keinen Lockdown mehr geben würde.

Doch dann kam alles anders. Vor allem Europa wurde von der heftigen Delta-Welle erfasst, strenge Regeln hemmten die Wirtschaft und erneut mussten viele Branchen komplett schließen, in Österreich kam es auch zu einem weiteren bundesweiten Lockdown.

Als Ende November die Hiobsbotschaft einer neuen Supermutante des Virus aus Südafrika die Schlagzeilen beherrschte, reagierten auch die Börsen und Finanzmärkte heftig.

Die große Frage ist daher, welche Wendungen Corona im Jahr 2022 nehmen wird. Startet Omikron die Pandemie von Neuen und wird alles nochmal viel schlimmer? Oder darf man darauf hoffen, dass der Virus zwar ansteckender ist aber deutlich harmloser?

Neben Schließungen, Beschränkungen und Lockdowns wären es vielmehr auch wieder die geld- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen, mit denen man der Krise begegnet, die sich auf den Goldkurs auswirken. Eine Zinswende würde in noch weitere Ferne rücken. 

In seiner Rolle als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten würde ein solches Umfeld den Goldpreis eher unterstützen.

 

Was Gold & Co Kunden denken

Im November haben wir unsere Newsletter-Abonnenten gefragt, was sie im nächsten Jahr vom Goldpreis erwarten. Sicher ist diese Umfrage nicht repräsentativ, das Ergebnis spricht jedoch eine klare Sprache.

Insgesamt 56% der Teilnehmer gehen von einem Anstieg des Goldpreises 2022 aus, 33% erwarten einen mehr oder weniger stabilen Preis und nur 11% rechnen mit fallenden Kursen.

Umfrage Goldbrief Abonenten 2021: Goldpreiseinschätzung
 

Goldpreis 2022 – gemischte Gefühle bei Analysten?

Mit diesen potenziellen Entwicklungen vor Augen sind die Prognosen von Analysten und Experten für die Goldpreisentwicklung für das Jahr 2022 gemischt.

Die Großbank Goldmann-Sachs bleibt 2022 „bullish“ eingestellt und rechnet mit einem Goldpreis bei etwa 2.000 Dollar / Feinunze.  Sie geht davon aus, dass Gold momentan noch deutlich unterbewertet ist und der Kurs im kommenden Jahr zwangsläufig steigen muss.

Rohstoff Spezialist Dr Ulrich Stephan von der Deutschen Bank sieht Gold 2022 dagegen lediglich bei um die 1.750 Dollar, rät aber jedenfalls zum gelben Edelmetall als Stabilitätsanker im Portfolio.

Strategen der Citibank dagegen sehen Gold 2022 eher „bearish“ eingestellt und prognostizieren einen Goldpreis von 1.685 US-Dollar. Jedoch räumen auch die Citibank Analysten ein, dass der Preis zwischenzeitlich auf bis zu 2.100 Dollar getrieben werden könnte.

Die beiden Incrementum Analysten Ronald Stöferle und Mark Valek bleiben auch in ihrem letzten In Gold We Trust Report 2021 ihrer Prognose einer „goldenen Dekade“ treu. Sie sehen sich in ihrer Einschätzung durch die hohen Inflationszahlen sogar bestätigt.

“Für 2022 bin ich optimistisch eingestellt. Dass die Inflation gekommen ist, um zu bleiben, sollte den Goldpreis 2022 jedenfalls unterstützen ... Die Fundamentaldaten für Gold sind weiterhin gut. Daher sollten 2022 neue Allzeithochs in vielen Währungen möglich sein.”
- Ronald-Peter Stöferle, Incrementum

Sie sehen Gold momentan zu günstig bewertet und schlussfolgern daher, dass der Goldpreis langfristig weiterhin viel Luft nach oben hat.

In ihrem Model gehen sie weiter davon aus, dass der Goldpreis im Jahr 2030 bei konservativer Betrachtung bei etwa 4.800 US-Dollar liegen wird, wobei sogar ein höherer Goldpreis nicht ausgeschlossen ist.

 

Strategie für Goldinteressierte

Doch was ist nun die geschickteste Strategie für Goldinteressierte? Je nach Freude zum Gold sollte man einen guten Teil seines nicht benötigten Ersparten in Edelmetalle investieren.

Wiener PhilharmonikerGold als stabilisierende Beimischung gehört in ein jedes Anlageportfolio. Denn ein gewisser Goldanteil verringert das Risiko, große Verluste zu erleiden. Wir empfehlen einen Anteil von zumindest 5% bis maximal 20% des Vermögens in Gold zu investieren.

Zur langfristigen Vermögensabsicherung empfehlen wir dabei klar physisches Gold in Form von Münzen und Barren zu kaufen, da dieses das höchste Level an Sicherheit bietet.
Mit Papiergold lässt sich zwar ebenfalls virtuell am Goldpreis teilhaben, es wird von Anlegern aber deutlich spekulativer gehandelt und geht, wie andere Wertpapier auch, mit mehr oder weniger hohen Risiken einher.

Um auch schwankende Goldpreise auszugleichen, empfiehlt sich kontinuierlich Gold in regelmäßigen Abständen zu kaufen, um so Kursschwankungen des Goldpreises zu neutralisieren. Denn ein Goldinvestment sollte immer langfristig gedacht werden und eignet sich nicht zur kurzfristigen Spekulation.

Eine günstige Variante zum Golderwerb ist der Gold-Tausch – von Altgold zu Anlagegold. Dabei nutzt man das gleichbleibende Verhältnis vom Altgoldwert zum Goldkurs aus und wandelt dadurch ungenutztes (und meist auch vom Wert her unbekanntes) altes Gold zu einer leicht handelbaren Form wie Barren oder Münzen. Geht man diesen Aufwärtstrends nach, so die günstigste Variante zu Anlagegold zu kommen, seinen Altschmuck zu verkaufen und stattdessen auf eine Anlagegoldinvestition in Münzen oder Barren zu setzen. Alle Preise finden Sie auf unserer Website. So profitieren Sie nicht nur beim Verkauf von einem hohen Goldpreis, sondern auch beim Goldkauf von einer künftigen Wertsteigerung.

 

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