Analyse des „World Gold Council“: Entwicklungen und Zukunftsaussichten für Gold

Wie geht es weiter mit dem Goldpreis? // Bildnachweis: © eigenes Werk

Der „World Gold Council“, die Interessenvertretung der weltweiten Goldindustrie, hat einen neuen Monatsbericht veröffentlicht – und wenn es so weitergeht wie im ersten Jahresdrittel, dürfte der Goldpreis schon bald auf neue Allzeithochs steigen.

Im April 2024 verzeichnete der Goldpreis dem Bericht zufolge erneut ein starkes Wachstum und stieg um vier Prozent auf 2.307 US-Dollar pro Unze. Anders als im März blieb der Preis jedoch hinter seinem monatlichen Höchststand zurück, was auf Käuferzurückhaltung und Gewinnmitnahmen zurückzuführen ist. Dies spiegelte sich in sinkenden chinesischen Prämien, geringeren indischen Importen und stagnierenden Positionen an der COMEX wider. Ein leichter Anstieg der nordamerikanischen Gold-ETF-Flüsse und eine starke Nachfrage nach asiatischen ETFs zeichneten unterm Strich ein wechselhaftes Bild.

Der „World Gold Council“ betont, dass die etablierten Analysemodelle bereits zum zweiten Mal in Folge die Preisstärke nicht vollständig erklären konnten. Geopolitische Risiken und der massive Ausbau der Positionen an der Shanghai Futures Exchange konnten ein Teil der Bewegungen in März und April waren nur ein Teil der Erklärung. Ein wesentlicher Einflussfaktor scheint jedoch nach Einschätzung des WGC das verstärkte Kaufverhalten der Zentralbanken zu sein, wie aus dem jüngsten Gold Demand Trends Report hervorgeht.

Ein signifikanter Anstieg der Handelsvolumina an der Shanghai Gold Futures Exchange (SHFE) und anderen Terminkontrakten hat der Analyse zufolge zuletzt besonders hohe Aufmerksamkeit erregt. Während taktische Händler kurzfristig zu den Volumina beigetragen haben könnten, sind die meisten SHFE-Teilnehmer allerdings laut World Gold Council langfristig orientierte Industrieanwender von Gold.

Stagflations-Sorgen stützen Gold

Ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Erwartungen hat sich nach Einschätzung des World Gold Council verändert, insbesondere hinsichtlich der sogenannten „No-Landing“-Szenarien, bei denen von einer anhaltend starken Inflation und Wirtschaftswachstum ausgegangen wird. Dies spiegelt sich in den drastisch gesunkenen Zinssenkungserwartungen sowohl in den USA als auch in Europa wider. Die bisherigen Erwartungen einer „weichen Landung“ bleiben bestehen, jedoch hat laut den Analysten des „World Gold Council“ das Risiko einer „Stagflation“ zugenommen, was den Goldpreis stützen könnte.

Gold als Schutz vor Inflation gefragt

Die Zinspolitik der FED hat signifikaten Einfluss auf den Goldpreis // Bildnachweis: Public domain

Die Inflation bleibt für den „World Gold Council“ ein zentrales Problem, vor allem aufgrund steigender Wohnkosten und erwarteter Preissteigerungen bei Gebrauchtwagen und Versicherungen. Dies führt dem Bericht zufolge dazu, dass die Inflationsrate weiterhin deutlich über dem Zielwert bleibt und die Wirtschaft auf eine fragile Grundlage stellt. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell deutete an, dass eine Erhöhung des Leitzinses in naher Zukunft unwahrscheinlich sei.w

Zinswende? „Höher und länger“ statt „Weiche Landung“

Zusammenfassend bleibt die derzeitige wirtschaftliche Lage weniger dramatisch als in den 1970er Jahren, als die Stagflation ihren Höhepunkt erreichte. Dennoch könnte die Kombination aus hartnäckiger Inflation und mäßigem Wirtschaftswachstum den Goldpreis weiter beflügeln. Während sich die Erwartung einer „weichen Landung“ zu einer „Höher und länger“-Politik entwickelt, könnten westliche Investoren laut World Gold Council den östlichen Käufern folgen und vermehrt in Gold investieren.

Den vollständigen Martkbericht können Sie auf gold.org abrufen
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