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Gold gibt Gas - schon bald wieder auf 1800USD/oz?

Für Freunde des gelben Metalls waren die letzten Wochen und Monate eine ziemliche Streckfolter und eine Prüfung auf starke Nerven und gutes Vertrauen.


von Walter Hell-Höflinger am 25.08.2013


Gold gewinnt wieder an Fahrt – werden es wieder 1800$/oz?

Für Freunde des gelben Metalls waren die letzten Wochen und Monate eine ziemliche Streckfolter und eine Prüfung auf starke Nerven und gutes Vertrauen. Zuerst zog sich eine Flaute durch den Goldkurs, sodass es aussah als hätte die ganze Welt auf das Gold „vergessen“ (wenn man die Tatsache außer Betracht lässt, dass Nationalbanken und institutionelle Käufer weiterhin auf Rekordniveau einkaufen) und die einzige jahrtausend-bewährte Währung wurde medial schon wieder einmal totgesagt. Dann kam der ominöse Papiergoldverkauf am Nachmittag des 17. April, wo durch eine Aneinanderkettung von Ereignissen der Goldkurs sogar kurzfristig unter 30.000 Euro pro kg fiel.

Der starke Kursverfall im April, der durch Papiergoldverkäufe im Ausmaß von 12% des Gesamtjahres-Handelsvolumens ausgelöst wurde, hatte viele Fonds und Großanleger dazu gebracht, sich vom gelben Metall zu trennen.

Gleichzeitig nutzten viele Goldfans die Gelegenheit zu den günstigsten Konditionen seit 2 Jahren ihre Bestände aufzustocken und kauften die Lager leer, sodass viele Edelmetallhändler Lieferverzögerungen melden mußten. Ein Zustand, an den sich die Edelmetallfreunde in den nächsten Monaten gewöhnen werden müssen.

Um den Ansatz zu verstehen, warum das Gold rarer und bald wieder schwindelnde Höhen erklimmen könnte, muß man sich den Goldmarkt ein bißchen näher ansehen:

Der physische Goldmarkt- ein kurzer Überblick:

Ein Umstand an den man sich aber möglicherweise in den nächsten Monaten gewöhnen muss. Warum werden Sie sich fragen? Dazu muß man sich den physischen Goldmarkt ein wenig genauer ansehen:
Jährlich werden rund 4500-5000 Tonnen Gold in physischer Form gehandelt. Diese stammen etwa zu 50% aus Förderungen der Goldminen und die anderen 50% kommen aus dem Altgold-Recycling.

In demselben Verhältnis teilt sich auch der Bedarf auf – 45% wandern als Anlagegold in die Tresore, 5% gehen in die Elektronik und 50% in die Schmuckindustrie.

Der meiste gefertigte Schmuck wird nach Asien, China und Indien geliefert, wo die Regierungen teilweise die Leute auffordern Gold zu kaufen und andere versuchen, um Devisen im Land zu halten, durch Versteuerung von Anlagegold relativ erfolglos die kaufenden Massen zu bremsen. In Indien wurde bespielsweise den Juwelieren verboten, Anlagegold an Privatkunden zu verkaufen.

Die aktuellen Zahlen belegen, dass, wenngleich der Schmuckverkauf nachgelassen hat, dass die Nachfrage nach Anlage-Produkten von privater wie auch von den Banken ungebrochen stark ist.

Golddemand-grafik2011-2013

BILD: So wird das Gold verteilt - Investment und Schmuck machen jeweils ca. 40% aus.Auffällig: Seit drei Jahren gehören die Zentralbanken zu den größten Käufern.

(Quelle: Gold Demand Report WGC, Grafik:Gold&Co)

Lieferengpass bei Gold voraus?

Jedoch beginnt hierbei das Problem: Die ersten großen Minen haben deren Produktion eingestellt, da die Förderkosten über dem aktuellen Goldpreis liegen. Wenn man davon ausgeht, dass die momentan nicht mehr lukrativen Goldminen 30% aller Minen ausmachen, bedeutet dass eine Fehlmenge für den Jahresbedarf von ca. 15%. Dazu vermelden die Gold-Recycling Anstalten rund um den Globus weltweit einen Rückgang von weiteren fast 30%. Dieser Fehlbestand und jener aus den Minen ergibt eine Fehlmenge zum Gesamtjahresbedarf von 30% oder 1500 Tonnen oder einem Würfel von rund 6m Kantenlänge.

Auch der US-Ökonom Peter Schiff gelangt auf Yahoo-Finance zu der Ansicht, dass das physische Gold verschwindet und die ganzen Papiergoldhändler am Ende des Tages in der Lage sein müssen, den Rohstoff zu liefern, den sie leerverkaufen. Und genau das werden sie nicht schaffen, da es nicht da sein wird.

Gold bald wieder bei 1300.- EUR pro Unze?

Nimmt man diese Fehlmenge als Größenverhältnis für eine Preissteigerung könnte es durchaus sein, dass Gold bald aufgrund des Lieferengpasses und der Nachfrage auf 43.000 Euro/kg steigt. Das entspricht ungefähr knapp unter dem Höchstwert von 2012, also kein Kursziel, dass realistisch unerreichbar scheint. Wir gehen, entgegen den meisten anderen Expertenmeinungen der letzten Monate, davon aus, dass dieser Höhenflug viel früher einsetzen wird; möglicherweise bereits gegen Ende dieses Jahres.

Dasselbe und doch nicht das gleiche: „der Goldpreis“ und „der Preis für Gold“WP-STapelmitGlanz72

Der letzte April hat es eindrucksvoll gezeigt – auch die Jahrtausend-Währung Gold ist nicht gegen Angriffe von Spekulanten gefeit. Der Grund dafür liegt darin, dass der Goldpreis nicht nur durch die physische Nachfrage und den Handel gebildet wird, sondern auch zu einem weit größeren Anteil von Leerverkäufen und Spekulationen. Gold wird mittlerweile in dem vorherrschenden Währungskrieg als Währung und nicht mehr als Anlage gesehen – und auch ebenso bekämpft, da es mit seiner Wertsteigerung immer ein Ausdruck des Kaufkraftverlustes einer Währung war.

Daher halten wir es für möglich, dass dazu kommen könnte, dass sich aufgrund dieser Manipulation sich bei einem Lieferengpass zwei Preise für Gold entwickeln könnten. Als erstes den einen, mit dem die Spekulanten an den Märkten „zocken“ und den anderen, zu dem der Goldbarren oder die Bullionmünzen berechnet werden, den Sie im Geschäft oder der Bank kaufen wollen.

Denn eines ist sicher:
Wenn nicht jeder der Gold will, Gold bekommt weil es nicht verfügbar ist – muß den Preis bezahlen, den der verlangt, der es noch hat. Spätestens hier werden althergebrachte ökonomische Regeln wieder gültig: die Nachfrage bestimmt den Preis.



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Walter Hell-HöflingerMag. Walter Hell-Höflinger ist Firmengründer von Gold & Co. und seit mehreren Jahrzehnten in der Edelmetall-Branche tätig.

Er blickt auf eine über 120-jährige Familientradition in der Goldschmuckerzeugung und dem Edelmetallhandel zurück. Mehr...

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