Warum man Gold als Geldanlage nicht ignorieren kann

Gold ist in unserem heutigen Finanzsystem eine gute Geldanlage. // Bildnachweis: © eigenes Werk

Gold ist nicht nur ein guter Inflationsschutz, das Edelmetall hat Anlegern seit den 1970er-Jahren auch inflationsbereinigt eine ordentliche und dazu steuerfreie Rendite beschert.

Goldpreis konsolidiert

Der Goldpreis erreichte am 19. April 2024 sein jüngstes Allzeithoch bei 2.413 US-Dollar, beziehungsweise 2.264 Euro pro Unze (US-Futures). Alleine seit Anfang März hatte der Kurs auf Euro-Basis um 20 Prozent zugelegt. Nach der rasanten Rally ging das Edelmetall nun in eine Konsolidierungsphase über. Am Mittwoch kostete die Feinunze Gold 2.295 US-Dollar oder 2.150 Euro. Damit notierten die Kurse seit Jahresbeginn immer noch 11 Prozent beziehungsweise 15 Prozent im Plus.

Gründe für die Rally

Über die kurzfristigen Gründe, warum der Goldpreis steigt oder sinkt, wird in den Medien oft und viel geschrieben. Vor allem dann, wenn Gold eine auffällige Entwicklung an den Tag legt. Natürlich spielen Faktoren wie geopolitische Ereignisse, Konjunkturdaten, Zinserwartungen und auch spekulative Aspekte kurzfristig immer wieder eine wichtige Rolle. Gold ist Krisengeld, unbestritten. Dass der Goldpreis seit Jahrzehnten steigt, deutet zweifellos daraufhin, dass wir uns in einer Dauerkrise befinden. Und hier liegt das Kernproblem.

Goldpreis-Entwicklung in Euro seit seiner Einführung im Jahr 1999. Der Kurs hat sich seither verachtfacht.

Verschuldungswahn

Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass Staatshaushalte und gesellschaftlicher Wohlstand permanent auf Pump finanziert werden. Dass die weltweite Verschuldung mit jeder neuen Krise (Rettungsgeld) dramatischer ansteigt, nimmt man in der Öffentlichkeit kaum mehr wahr. Erst dann, wenn es zu einer offensichtlichen Schuldenkrise kommt (Eurokrise bis 2012) oder Staaten pleitegehen, wird man an die Zusammenhänge erinnert. Doch genau hier findet man auch den Grund für den dauerhaft steigenden Goldpreis. Es handelt sich, wie die Inflation, letztlich um ein monetäres Phänomen.

Denn die Geldmenge weltweit steigt seit der Aufgabe des Goldstandards (Anfang der 1970er-Jahre) regelmäßig stärker als die Wirtschaftsleistung. Das führt zu einem Geldüberhang, zu Inflation. Kurz: Immer mehr Geld trifft auf eine gleichbleibende oder weniger stark steigende Gütermenge. Das heißt, die Kaufkraft des Geldes wird systematisch dezimiert. Das ist ein schleichender Prozess. Er hat dramatische Folgen und deshalb muss man sich frühzeitig damit beschäftigen.

Kernursache für Inflation: Im Verhältnis zur Wirtschaftsentwicklung überproportionale Kredit-Expansion seit Aufgabe des Gold-Devisen-Standards im Jahr 1971 (Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis).

Systematische Kaufkraftvernichtung

Konkret: Seit 1970 lag die durchschnittliche Inflation in Deutschland bei 2,75 Prozent pro Jahr. Angenommen man hätte im Jahr 1970 ein Kapital von 100.000 Euro besessen, dann hätte die Inflation bis Ende 2023 insgesamt 85.270 Euro oder 85 Prozent des Geldes aufgefressen. Alleine seit 1997 hat sich die Kaufkraft eines solches Geldvermögens halbiert, beziehungsweise die „Preise“ haben sich durch Inflation verdoppelt. Betrachten Sie dazu auch die folgende Grafik.

Die Kaufkraft nimmt zusehens ab, Geld wird immer weniger wert. // Bildnachweis: goldreporter.de

Gold als Inflationsschutz

Gold hat zurecht das Image, als guter Inflationsschutz zu dienen. Auch, wenn in den aktienmarkt-affinen Finanzmedien diesbezüglich gerne Zweifel gestreut werden. Vor allem dann, wenn der Goldpreis in seinen Zyklen einmal Schwäche zeigt.

Fakt ist: Gold verdient zwar keine Zinsen, auf Euro-Basis (vor 1999 in DM) hat das Edelmetall seit 1970 aber eine durchschnittliche Rendite von 8 Prozent pro Jahr erbracht, basierend auf den jeweiligen Jahresdurchschnittskursen (Londoner Referenzkurs). Dies kann man nicht ignorieren.

Aber damit sorgte Gold nicht nur für einen Inflationsausgleich, denn inflationsbereinigt verdienten Gold-Investoren sogar eine durchschnittliche Rendite von 5,25 Prozent pro Jahr.

Vielleicht noch anschaulicher: Bei einer Rendite von 8 Prozent pro Jahr verdoppelt sich der Wert alle 9 Jahre – bei 5,25 Prozent alle 13 Jahre. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass Gewinne aus physischem Gold-Investments (Münzen & Barren) nach einem Jahr Haltedauer hierzulande steuerfrei sind. Deshalb ist Gold in unserem heutigen Finanzsystem auch eine gute Geldanlage und eine praktisch unverzichtbare Altersvorsorge.

Staatliche Insider kaufen Gold

Dass der Goldpreis zuletzt mehrfach neue Allzeithochs markierte und viele Zentralbanken in Asien und in den Schwellenländern gleichzeitig Gold anhäufen (Gold gekauft: Steigende Goldreserven bei vielen Ländern), ist ein Hinweis darauf, wie weit wir die Grenzen dieses rein auf Kredit basierten, Dollar-fokussierten Geldsystems bereits ausgereizt haben.

Wenn Länder wie Russland, China oder Indien Papierwährung oder Dollar/Euro-Reserven in Gold tauschen, dann handeln sie nicht anders als besorgte Privatanleger. Und man stößt bei genauerem Hinsehen auf die weiteren Vorteile des Goldbesitzes.

  • Absicherung der Lebensarbeitsleistung und des erwirtschafteten Wohlstands
  • Ersatz inflationierten Geldes durch ein stabiles Wertaufbewahrungsmittel
  • Krisengeld: Universelle, jederzeit in beliebige Währung oder gegen Waren eintauschbares Echtgeld
  • Anonymität und Unantastbarkeit des Besitzes, unabhängig von Banken

Nicht auf Gold verzichten!

Man kann es auch philosophischer formulieren: Unabhängig davon wer regiert, welche Gesetze gelten und wo man sich befindet – Gold ist der gute Geist, der einen stets begleitet, der Sicherheit und Zuversicht verleiht, in einer zunehmenden unsicheren und unvorhersehbaren Welt.

Und nebenbei gibt es auch noch eine ordentliche, relativ risikoarme Rendite. Das sind die Gründe, warum man Gold als Geldanlage nicht ignorieren darf.

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