Gold kaufen für Kinder und Enkel – sinnvoller Schutz oder Symbolwert?

Mit regelmäßigen Goldkäufen können Eltern und Großeltern langfristig Vermögen für Kinder aufbauen – und zugleich bleibende Erinnerungen schaffen. // Bildnachweis: Goldreporter.de

Gold sparen für die Kinder

Eine Goldmünze zum Geburtstag, ein kleiner Goldbarren zu Weihnachten: Wer früh damit beginnt, kann für Kinder oder Enkel über viele Jahre einen beachtlichen Wert aufbauen. Zugleich ist Gold mehr als ein angesparter Geldbetrag. Es bleibt sichtbar, greifbar und häufig mit der Person verbunden, die es geschenkt hat.

Auch die langfristige Entwicklung spricht für diese Idee. Seit Anfang der 1970er-Jahre stieg der Goldpreis in Euro durchschnittlich um rund 9 Prozent pro Jahr. Zuletzt fiel der Zuwachs sogar wesentlich höher aus. Ende 2020 kostete eine Unze Gold 1.539,92 Euro, Ende 2025 waren es bereits 3.718,61 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 141 Prozent beziehungsweise knapp 19 Prozent pro Jahr.

Allein 2024 verteuerte sich Gold in Euro um 34 Prozent, 2025 um weitere 48 Prozent. Das waren außergewöhnlich starke Jahre. Solche Ergebnisse lassen sich natürlich nicht einfach fortschreiben.

Gold kaufen über 18 Jahre hinweg

Was kann zusammenkommen, wenn Eltern oder Großeltern ab der Geburt jedes Jahr Gold kaufen? Nehmen wir drei Beispiele: 100 Euro, 250 Euro oder 1.000 Euro pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 9 Prozent ergeben sich zum 18. Geburtstag folgende Beträge:

Rate Summe Ergebnis
100 Euro 1.800 Euro rund 4.130 Euro
250 Euro 4.500 Euro rund 10.325 Euro
1.000 Euro 18.000 Euro rund 41.300 Euro

Unterstellt wird jeweils ein Kauf am Jahresende. Die erste Einzahlung entwickelt sich also deutlich länger als die letzte.

Natürlich steigt Gold nicht jedes Jahr. 2013 fiel der Euro-Goldpreis zum Beispiel um fast 31 Prozent. Dagegen stehen Jahre mit kräftigen Gewinnen. Deshalb: Die Tabelle ist eine Modellrechnung, keine Prognose.

Bei regelmäßigen Käufen spielen einzelne schwache oder starke Goldjahre eine geringere Rolle. Denn fällt der Goldpreis, erhält man für den gleichen Betrag mehr Gold.

Bei hohen Preisen bekommt man weniger. Über 18 Jahre verteilt sich der Einstieg somit auf viele unterschiedliche Goldpreise.

Gold, Sparzinsen und MSCI World im Vergleich

Wie sieht es im Vergleich mit anderen Geldanlagen aus? Nehmen wir für eine sichere Bankanlage 3 Prozent Zinsen an. Beim MSCI World rechnen wir mit einem durchschnittlichen Zuwachs von 8,4 Prozent pro Jahr.

Jährlicher Betrag Gold (9 %) MSCI World (8,4 %) Geldanlage (3 %)
100 Euro rund 4.130 Euro rund 3.900 Euro rund 2.340 Euro
250 Euro rund 10.325 Euro rund 9.745 Euro rund 5.855 Euro
1.000 Euro rund 41.300 Euro rund 38.980 Euro rund 23.415 Euro

Die angenommenen 3 Prozent sind für eine sichere Bankanlage günstig gewählt. Denn über weite Teile der vergangenen 18 Jahre lagen Sparzinsen deutlich niedriger.

Auch beim MSCI World handelt es sich um eine Modellrechnung. Das tatsächliche Ergebnis hängt von Kaufkursen, Kosten und Produktwahl ab. Dennoch: Gold konnte langfristig mithalten. Und bei Gold bekommt das Kind am Ende einen Wert, den man tatsächlich in die Hand nehmen kann.

Gold und Steuern

Was muss man steuerlich beachten? Nach mehr als einem Jahr Haltedauer kann physisches Gold in Österreich und Deutschland grundsätzlich steuerfrei verkauft werden. Zinsen und Wertpapiererträge werden dagegen besteuert: in Österreich meist mit 25 beziehungsweise 27,5 Prozent, in Deutschland grundsätzlich mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich möglicher Zuschläge. Allerdings können Freibeträge und Regelungen für Kinder die Belastung verringern.

In Österreich gibt es keine allgemeine Schenkungsteuer. Zuwendungen zwischen Angehörigen sind aber ab 50.000 Euro innerhalb eines Jahres meldepflichtig. In Deutschland können Großeltern einem Enkel grundsätzlich 200.000 Euro innerhalb von zehn Jahren steuerfrei schenken.

Für unsere Beispiele spielen diese Grenzen normalerweise keine Rolle.

Warum jedes Jahr Gold kaufen?

Der besondere Reiz dieser Form der Vorsorge liegt in der Regelmäßigkeit. Jedes Jahr zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu einem anderen festen Anlass kommt eine Münze oder ein kleiner Barren hinzu. So wächst über viele Jahre ein Goldbestand.

Und man vergisst den Kauf nicht.

1-fach Golddukaten
1-fold ducat | gold coin 426,80 €

Auch für den Einstieg ist der feste Rhythmus sinnvoll. Wer nur alle zwei oder drei Jahre Gold kauft, hängt stärker von wenigen Kaufzeitpunkten ab. Beim jährlichen Kauf verteilt sich das Ganze dagegen auf unterschiedliche Goldpreise. Mal kauft man günstig, mal teuer.

Was ist mit dem Aufgeld? Natürlich kosten kleine Münzen und Barren je Gramm mehr als große Einheiten. Wer beispielsweise jedes Jahr nur einen sehr kleinen Goldbarren kauft, bezahlt pro Gramm relativ viel für Herstellung und Handel. Über einen Zeitraum von 18 Jahren kann dieser anfängliche Preisunterschied allerdings an Bedeutung verlieren.

Außerdem haben kleinere Stückelungen einen praktischen Vorteil: Man kann sie später einzeln verkaufen. Das gesamte Gold muss also nicht auf einmal zu Geld gemacht werden.

Argor Heraeus Goldbarren 5g
5 Gramm | Argor Heraeus | Goldbarren 631,70 €

Zu klein sollte man dennoch nicht kaufen. Rund 300 Euro bilden aus heutiger Sicht eine sinnvolle Untergrenze für gebräuchliche kleine Anlagemünzen oder Barren. Die Beispiele mit 100 und 250 Euro sind deshalb zunächst rechnerische Größen. Alternativ können mehrere Angehörige gemeinsam Gold schenken.

Mehr als ein Geldgeschenk

Was bekommt ein Kind zum 18. Geburtstag lieber: einen Kontostand oder eine Sammlung von Goldmünzen?

Das lässt sich natürlich nicht allgemein beantworten. Eine Goldmünze besitzt aber Gewicht, eine Prägung und vielleicht einen Bezug zum Geburtsjahr. Und wenn die Münze jedes Jahr von Eltern oder Großeltern geschenkt wurde, hängt daran möglicherweise auch eine Erinnerung.

Goldmünze Das Gold der Skythen 2022
Das Gold der Skythen | 2022 | Münze Österreich | Goldmünze 1.988,90 €

Allerdings sollte man nicht erwarten, dass ein junger Mensch diesen Gedanken automatisch übernimmt. Vielleicht sieht er in den Münzen zunächst nur Geld. Auch das ist legitim.

Hilfreich ist deshalb eine kleine Dokumentation. Wann wurde die Münze gekauft? Was hat sie gekostet? Wie viel wiegt sie? Und zu welchem Anlass wurde sie geschenkt? Viel mehr braucht es nicht.

Vielleicht erinnert die erste Münze später an die Geburt, eine andere an die Einschulung und wieder eine andere an einen gemeinsamen Urlaub. Nach 18 Jahren besteht die Sammlung dann nicht nur aus Gold.

Wem gehört das Gold?

Ein wichtiger Punkt: Wem gehören die Münzen eigentlich?

Großeltern können das Gold im eigenen Namen kaufen und die Sammlung erst zum 18. Geburtstag verschenken. Oder jedes Goldstück wird sofort dem Kind geschenkt. Dann gehört es dem Minderjährigen und die Eltern übernehmen die Verwaltung.

Bei einer sofortigen Schenkung sollte man die Sache dokumentieren. Stückzahl, Gewicht, Kaufdatum und Eigentümer notieren, Rechnungen aufheben – fertig. Das kann später auch beim Verkauf hilfreich sein. 

Bleibt das Gold bei den Großeltern, sollte ebenfalls klar sein, wem es gehört. Denn die Aussage, eine Münze sei „für das Enkelkind gedacht“, ist nicht das Gleiche wie eine bereits vollzogene Schenkung. Nach 10 oder 15 Jahren können sonst Fragen entstehen, an die beim Kauf niemand gedacht hat.

Gold sicher verwahren

Wurde das Gold dem Kind geschenkt, können es die Eltern verwahren. Dafür kommen beispielsweise ein Tresor oder ein Bankschließfach infrage. Der Goldbestand sollte dabei vom übrigen Familienvermögen getrennt und ausreichend versichert sein.

Und mit 18? Dann entscheidet das Kind selbst.

Es kann das Gold behalten. Es kann einzelne Goldmünzen verkaufen. Vielleicht wird damit der Führerschein bezahlt, ein Teil der Ausbildung oder das Studium. Oder die Sammlung bleibt einfach liegen und wird weitergeführt.

Conclusion

Gold für Kinder oder Enkel ist zunächst einmal eine Form der langfristigen Vorsorge. Wer jedes Jahr kauft, verteilt seine Käufe auf unterschiedliche Goldpreise. Und aus vergleichsweise kleinen Beträgen kann über 18 Jahre einiges zusammenkommen.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Der jährliche Kauf kann zu einer kleinen Tradition werden. Geburtstag, Weihnachten, Einschulung – jedes Goldstück kann für einen bestimmten Anlass stehen.

Wichtig ist, vernünftige Stückelungen zu wählen, das Eigentum zu dokumentieren und das Gold sicher aufzubewahren. Dann erhält das Kind später nicht einfach irgendein Geldgeschenk, sondern eine Goldsammlung, die über viele Jahre entstanden ist.

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